Fotomontage von Grete Stern

Grete Stern

Als ich 2015 zum ersten Mal das Museum of Modern Art in New York besuchte blieb mir eine Künstlerin besonders im Gedächtnis: Grete Stern (*9. Mai 1904 in Elberfeld; †24. Dezember 1999 in Buenos Aires).  Ich erwischte zufällig die Ausstellung „From Bauhaus to Buenos Aires: Grete Stern and Horacio Coppola“ und war sofort begeistert.

Für ihre Serie „Los Sueños“ (Die Träume) setzte sie Schildkrötenköpfe auf Männerkörper oder Frauen in Schneckenhäuser und Glasflaschen. Die Reihe umfasst rund 140, inzwischen größtenteils zerstörte, Fotomontagen, die Stern zwischen 1948 und 1951 für die argentinische Frauenzeitschrift „Idilio“ fertigte. Den Mittelpunkt dieser Kompositionen bildet immer eine junge Frau.

Stern begann ihre Karriere in den 1930er-Jahren als Porträt- und Werbefotografin. Sie machte als erste Schülerin bei Walter Peterhans, dem späteren Bauhaus-Meister, eine Ausbildung zur Fotografin. „Ich will, dass jemand genau das gleiche sieht, was ich sehe: was mich interessiert an der Landschaft, was mich interessiert an den Sachen. Das möchte ich fotografieren, damit jemand anders es sehen kann – mitteilen, was ich sehe“, sagte Stern über ihre Arbeit.

Gemeinsam mit der Künstlerin Ellen Auerbach gründete sie das Stuio ringl+pit in Berlin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emmigrierte sie 1933 nach London. Dort fotografierte sie Porträts – unter anderem Berthold Brecht und Helene Weigel. 1935 heiratete Stern den argentinischen Fotografen Horacio Coppola, mit dem sie ein Jahr später nach Buenos Aires auswanderte.

bild: grete stern/gelatin silver print/twentieth-century photography fund, 2012

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