Triptichon mit dem Konterfei von Digit in Acryl-Maltechnik

Digit

Der Silberrücken Digit fiel am Neujahrsabend 1977 Wilderern zum Opfer, als er seine Gruppe beschützen wollte. Sie töteten ihn mit Speeren und hackten Kopf und Hände ab. Zwar brachten die Trophäen den Wilderern eine Menge Geld ein, waren aber nicht der primäre Grund für Digits Tod. Die Gorilla-Forscherin Dian Fossey weist in ihrem Buch „Gorillas im Nebel“ (OT: gorillas in the mist) strikt darauf hin, dass Digit sterben musste, weil Silberrücken ihre Familien nun einmal bis zum Tod verteidigen. Dass sich Kopf und Hände zudem an irgendwelche emotionslosen Individuen verhökern ließen, war ein Nebeneffekt aber nicht der Grund. Ob die Jäger ursprünglich ein Gorillababy aus der Gruppe für einen Zoo fangen wollten, sie einen Racheakt auf Fossey geplant hatten oder Digit selbst den Angriff startete, ist meines Wissens nicht gänzlich geklärt.

Digit – Gorilla mit Einfluss

Digit war der besondere Liebling von Fossey. Sie gab ihm seinen Namen, der auf deutsch „Finger“ bedeutet, weil einer derselben verdreht war. Das Affenmännchen lebte als Wachposten in Gruppe 4, die im ruandischen Teil des Virunga Nationalparks von Fossey beobachtet wurde. In ihrem Buch beschreibt die Forscherin Digit als neugierig und interessiert an Menschen. Er hatte wohl auch keinen richtigen Anschluss in seiner Gruppe. Fossey entwickelte eine ganz besondere Beziehung zu Digit und sein Tod war für sie äußerst schmerzhaft.

Digit gehört zu den Top-15 der einflussreichsten Tiere der Welt, welche von der New York Times gekürt werden. Sein Gesicht zierte in den 70er-Jahren sämtliche Plakate rund um den Globus, die für einen Besuch des Virunga Nationalparks werben sollten.

Im Jahr 1978 gründete Dian Fossey den Digit Fund, der ihren Kampf gegen die Wilderer finanzieren sollte, damit Digits Tod nicht umsonst geblieben sein sollte. Die National Geographic Society, für die sie mehrere Artikel geschrieben hatte, unterstützte sie. Die Mittel dienten ihr unter anderem zum Unterhalt von Patrouillen, die die von Wilderern ausgelegten Fallen unschädlich machten. Die 1992 als Nachfolgeorganisation gegründete Stiftung Dian Fossey Gorilla Fund International widmet sich auch heute noch dem Schutz und der Erhaltung der Berggorillas.

Weil trotz ihres Einsatzes auch nach Digits Tod immer wieder getötete Gorillas gefunden wurden, legte Fossey in der Forschungsstation Karisoke einen Friedhof für sie an. Auch sie selbst wurde nach ihrer Ermordung 1985 dort beerdigt.

Virunga Nationalpark bietet hohe Risiken

Wilderer, Rebellen und Holzfäller machen den Parkwächtern auch heute noch das Leben schwer. Zudem leidet auch der Virunga Nationalpark seit 1994 unter den Folgen des Völkermords in Ruanda und den ewigen Unruhen im Kongo. Etwa 600 bis auf die Zähne bewaffnete Ranger sind heute zum Schutz der darin befindlichen Lebewesen auf Patrouille. Der Job ist gefährlich, aber absolut notwendig. In den letzten zehn Jahren verloren 150 Ranger ihr Leben bei der Arbeit, denn sie sind von Gewalt nur so eingekreist: Im Südwesten sitzt die ruandische Rebellenmiliz FDLR, im Nordosten die islamistische Miliz ADF-Nalu, am Edwardsee und im Zentrum des Nationalparks befinden sich Mai-Mai-Rebellen.

Der Berggorilla steht immer noch auf der Liste der aussterbenden Arten. Dank der Rangerpatrouillen beläuft sich der Bestand heute aber immerhin auf etwa 800 Tiere, das sind 200 mehr als noch in den 80er-Jahren.

digit by ninscha törtl/ninschart/acryl auf Leinwand/3-teilig/40cmx30cm

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